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versagen

einmal angefangen, wollen die gedanken gar nicht mehr aufhören damit, aufgeschrieben sein zu wollen. hilfe!

ich stelle mir die frage, wie gut wir menschen mit dem thema versagen umgehen können - und ich im speziellen.
bei dem gedanken, einen bürojob bis zur rente machen zu müssen, schleichen sich suizidgedanken ein. die frage nach dem, was ich als alternative will, habe ich mir lange genug gestellt, ohne eine antwort zu erhalten. nun - jetzt ist sie da. gott sei dank - besser spät zünden, als nie!

die frage nach meiner disziplin, der stärke, des durchhaltewillens wird sich wohl im laufenden jahr klären. im besten falle mache ich, was ich wollte und kann davon leben. wer hat schon solchen luxus?

doch auch die frage und damit die angst des versagens darf ich dabei nicht unberücksichtigt lassen, will ich mich nicht selbst bescheißen. ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass es mir schwer fallen wird. kraft ist meine stärke, nicht ausdauer. da man lernen kann, so lange man am leben ist, bin ich nicht ganz hoffnungslos, dass auch ich das lernen kann. kraft + ausdauer = kraftausdauer. das wäre doch was!

doch was mache ich, wenn ich feststelle, dass alle anstrengung nicht gereicht hat? es gibt keine umstände mehr, die mich hindern könnten und die ich für mein versagen zur verantwortung ziehen könnte. ich habe sie alle abgeschafft. zeit, das gesicht zu zeigen, würde ich sagen - und zwar mir mein eigenes.

ich wollte eine chance. ich habe sie. womöglich die einzige oder die letzte. ich bin nicht träumer genug, um mir vorzumachen, dass alles easy ist. ich bin realist genug, um zu wissen, dass man mit arbeit auch etwas erreichen kann.

ich wollte nicht zu den menschen gehören, die ihr leben verdämmern und für immer zwischen "wenn" und "dann" kleben bleiben. ich wollte es wissen, wollte das wahre leben. aber was zum teufel ist das? ich glaube daran, dass es eine allgemeingültige wahrheit gibt und dass sie das einzige im leben ist, das nicht wandelbar ist, sonst wäre sie keine wahrheit, sondern eine individuelle ansicht oder eine mode der zeitströmung.

gibt es dann auch eine allgemeingültige wahrheit darüber, was das wahre leben ist? ich vermute es, aber ich kann bis dahin nur spekulieren oder die fragmente bemühen, die ich davon kenne. das wahre leben ist balance und glücklichsein, auch im unglücklichsein. paradox? ich glaube nicht!

man braucht so vieles, um glücklich zu sein und zugleich so wenig. auch paradox? mitnichten! man braucht liebe und freundschaft von partnern, freunden oder gleichgesinnten, man braucht die religio - die urbindung - einen mythos - einen gott, auch wenn der nur immer ein bild sein kann, nämlich das seines besitzers. wir sterben, ohne die frage nach dem sinn und sein. heimlich oder öffentlich. man braucht das nehmenkönnen und das gebenkönnen und man braucht, dass man seiner umwelt etwas zurück geben kann, sonst leidet man an mentaler und seelischer verstopfung.

ich kann nicht mehr so tun, als hätte ich die ewigkeit, um zu leben, dafür weiß ich zu viel. vielleicht gehört zum wahren leben auch dazu, zu wissen - und zwar jeden verdammten tag, dass man sterblich ist und zu der asche werden wird, die man war.

all das verlangt eine menschliche größe ab, die ich nicht täglich aufbringen konnte bisher, doch die ich insgeheim von mir erwarte. wie also könnte ich mich nicht enttäuschen? ich habe grundsätzlich keine angst davor, mich selbst zu enttäuschen, doch die grundsätzlichen dinge wiegen schwer - zu schwer, als dass man sie am ende eines lebens einfach vom tisch wischen kann und sagen: "macht ja nix - ist halt dumm gelaufen."

...stumm geworden

eigentlich hatte ich mir dieses tagebuch angelegt, damit ich täglich etwas schreiben muss und hab es dann doch so lange ungenutzt liegen lassen.

ich frage mich, warum man so oft nicht tun kann, was gut für einen ist - und das obwohl man weiß, was gut für einen ist? kann man wirklich alles auf den berühmten inneren schweinehund schieben? macht man sich das leben damit nicht ein bisschen einfach?

eigentlich gibt es nur zwei varianten:
- man verbringt sein leben im tran und bequemlichkeit
- oder man krieg den hintern hoch, ist wach und muss sich selber täglich disziplinieren und überwinden

seit 2 monaten arbeite ich nun nicht mehr als abhängig beschäftigter arbeitnehmer und meine selbständigkeit ist noch nicht in sicht. bis dahin versuche ich, ein anständiges konzept auf die beine zu stellen und meine bilder zu verkaufen.

so malte ich also wie eine idiotin und malte und malte und vergaß dabei ganz, zu schreiben. so furchtbar ungeübt wird man, als würden sich die worte von einem zurück ziehen und flüchten, wenn man sie nicht ständig bemüht - sich nicht ständig bemüht, das innerste nach außen zu zerren und versucht, zu formulieren, was man nur schwer ausdrücken kann.

dafür lektoriere und korrigiere ich an fremden texten herum - schließlich will ich damit einmal mein geld verdienen - und zumindest das funktioniert bestens.

man sagt, je einsamer einer ist, desto besser kann er schreiben. ich denke, daran ist etwas wahres. ich bin meistens allein, fühle mich aber selten wirklich einsam. in einem bestimmten bereich in sich, ist jeder einsam. ich trage diese einsamkeit mein leben lang schon mit mir herum, ich kenne sie gut und fürchte sie nicht.

doch nur einsam sein reicht nicht aus. man muss auch still sein. man darf nicht der verlockung verfallen und sich ständig zuknallen mit irgendwas. wer sitzt schon noch und tut einmal gar nix? macht man nicht meistens irgendwas? selbst wenn man sich "ausruht" schläft man doch, liest oder schaut fern?

dieses permanente beschäftigtsein bringt die wörter um, denn es entfernt einen von sich selber. immer wieder muss ich üben, still zu sein. dann fluten die worte so sehr, dass ich schon aus dem übermaß daran nicht mehr schreiben kann. verrückt! ich fühle mich dann wie ein huhn - bis zum platzen mit wörtern gefüllt mit ungelegten eiern.

nun - ich hoffe, das bloggen löst das problem. carpe diem!

Die täglichen Gedankenfürze

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