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Ehrgeiz kills the Kreativität

thematisch wäre dieser beitrag auch unter "sucht" einzuordnen.
ehrgeiz tötet die kreativität und sie ist eine sucht und legt mindestens ebenso viele dinge lahm, wie andere süchte.

würde ich ein märchen darüber schreiben, würde es so beginnen:

es war einmal eine prinzessin, die hielt sich immer für etwas besonderes und sie wollte die beste sein. sie hatte mehrere außergewöhnliche talente. sichtbar davon waren: sie konnte gut malen und sie konnte gut schreiben. wo sie bei der einen angelegenheit - dem malen nämlich - sich selber freie hand lassen konnte und ihre übergroßen ansprüche an sich selbst erfüllen konnte, da versagte sie in der anderen kläglich.
dabei verstand sie es nicht. sie hatte eine überfülle an worten zur verfügung, kannte beinahe alle emotionen, die ein mensch haben kann, um über sie zu schreiben, sie verstand es, sich auszudrücken - auch dinge, die eigentlich niemand wirklich gut ausdrücken konnte. doch sie spürte, sie ging niemals bis an die grenze. die ungeschriebenen worte füllten sie langsam an, so dass sie sich fühlte, wie ein huhn vollter ungelegter eier, als hätte sie wortverstopfung. sie wollte besser sein und besser und besser. und das machte sie eines tages sehr krank. sie wurde eingebildet und stolz, und vieles, was andere so schrieben, kam ihr banal vor. nein, damit wollte sie NIE und NIMMER ihre zeit verschwenden. sie hatte etwas zu sagen! dafür wollte sie gefeiert, gelobt und geliebt werden. ja! das wollte sie, mehr als alles andere.
doch ihr stolz und ihr übermäßiger ehrgeiz führten eines tages dazu, dass ein dämon sie heimsuchte - ihr eigener. er fraß ihr jede nacht ein stück ihres talents aus der seele und goss ihn in eine glasmurmel, so dass sie die einzelnen stücke zwar noch ansehen konnte, aber nicht mehr berühren. sie rollten einfach fort. das war sehr grausam für die prinzessin, denn sie hatte jeden tag vor augen, was sie nicht mehr hatte. nächtelang lag sie wach und grübelte darüber nacht, was sie verloren hatte und war sehr sehr traurig, über das verlorene talent. sie versuchte lange, so zu tun, als ob nichts sei und konstruierte überzüchtete sätze, für die sie stunden brauchte, um sie aufzuschreiben. doch als sie das fertige werk dann las, schaute aus ihnen genau die banalität des ausdrucks hervor, die ihr bei anderen immer so verhasst gewesen war. niemanden interessierte mehr, was sie so schrieb, am allerwenigsten sie selber.
in den dunkelsten stunden wurde ihre verzweiflung oft so groß, dass sie sich schwor, niemals wieder ein wort zu schreiben. sie meinte, das wäre die einzige möglichkeit, den dämonen zu töten - ihm die nahrung zu entziehen. manchmal saß sie weinend über ihrem besten text, den sie vor langer zeit geschrieben hatte und glaubte, niemals wieder so etwas schreiben zu können.

fortsetzung folgt...

Die täglichen Gedankenfürze

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