Der Alte vom Berg
Wir sitzen und reden, die K. und ich. In einem Zimmer, das größer ist, als meine ganze Wohnung. Der Mann heizt den Kamin. Ich kenne ihn nur vom Sehen. Fast geräuschlos holt er Holz von draußen. Man hört ihn, doch man hört ihn nicht. Dieser Eindruck bleibt, als er sich schweigend auf das Sofa davor setzt.
Ich weiß, dass er es liebt, Feuer zu machen. Ich weiß, dass er dieses Ritual so sehr liebt, wie ich. Er hat es erzählt, ohne es zu erwähnen.
Wie von selbst teilt sich meine Aufmerksamkeit durch zwei, ohne dass es störend wirkt, oder ich unkonzentriert werde für das Gespräch oder ihn. Hin und wieder macht er sich am Feuer zu schaffen, setzt sich wieder. Schweigt.
Und ich höre hin, hinein und hindurch durch dieses Schweigen. Seine Präsenz zieht sich durch den Raum und legt sich freundlich auf die Tischdecke. Gleich neben den Kuchenteller. Vor meinen Kuchen mit Schlagsahne, den er gekauft hat, aber nicht essen darf. In seiner Abgeschiedenheit nimmt er Anteil, wie ein Baum hinter einer Parkbank, auf der die Leute streiten, scherzen oder flirten, je nachdem. Er hört und hört doch nichts.
Ich fühle mich mit ihm verwandt und doch sind die gesprochenen Worte, als sie mich tatsächlich meinen, unverwandt. Wie eine fremde Hand auf meinem Arm. Als wäre es das Falscheste, als hätten wir niemals reden dürfen, als hätte alles, was gesagt werden soll, auf andere Weise gesagt werden sollen. dabei hätte ich stundenlang sehr unterhaltsam mit ihm schweigen können.
