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Mein Gefängnis ist die Welt

Die Welt ist mein Gefängnis. Und ich. Ich kann eine Hand voll Himbeeren essen und spüren, wie sie nach Leben schmecken oder dabei sein, wie der Herbstwald das Jahr ausatmet mit großen, würzigen Zügen. Ich kann meine Zehen in das kalte Wasser im See tauchen oder über eins der abgeernteten Felder laufen, die schon schlafen. Und ich kann es spüren oder nicht. Alles das ist meine Wirklichkeit, die gleichzeitig unwirklich ist und die es nicht gibt, obwohl es ich sie sehe. Es gibt sie nur, weil ich da bin. Sie ist seltsam schön oder grausam, je nachdem, was mir geschieht. Und ich ... ich habe aufgehört, die Dinge zu messen und ihnen ihr Gesicht wieder gegeben, das ich durch meins vertauscht hatte.
Die Dinge haben ihr eigenes Gesicht, sie brauchen meins nicht, aber ich brauche ihrs, um meins zu erkennen und zu verstehen, dass sie nicht getrennt sind von mir. Und sie sprechen - die Dinge.
Doch Wirklichkeit ist nur das, was ich glaube, das sie ist. Wenn ich meinen Glauben ändere, wird auch sie anders sein, genau wie ich.
Wenn man aufhört, die Dinge zu trennen, hört man auf, sie zu werten und wenn man aufhört, sie zu werten, dann hört man auf, getrennt von ihnen zu sein und wenn man aufhört, getrennt von ihnen zu sein, dann ist alles EINS. Und wo nur noch EINS übrig ist, da ist man Zuhause angekommen.
Wenn man Zuhause angekommen ist, hört man auf so zu leiden, wie man es vorher tat. Dann ist man Meister seiner Wirklichkeit und nicht länger ihr Ping-Pong-Ball. Dann - und erst dann...... ist man frei.
creature - 11. Okt, 12:03

schön und wahr, so ist es wirklich, in allen zeiten haben menschen diese wahrheit verkündet und daran hat sich nichts geändert.

Eskorte fragile - 11. Okt, 12:14

nein, ich denke, das ist das einzige, was sich niemals ändert, denn es ist die einzige wahrheit, die es gibt und die ändert sich bekanntlich nicht.
Sachsenpaule - 14. Okt, 15:32

Leben Schmecken

"Was magst du am Bergsteigen, Harry?"
"Ich mag die Allgegenwärtigkeit des Lebens"
(ich hab es nicht halb so schön ausgedrückt wie im Film, aber vom Sinn her ist es das gleiche. Siehst du, Trennungen können ganz hilfreich sein. Wären sie es nicht wäre unsere Sprache, unsere Möglichkeit zu verbinden und zuzuordnen primitiv und unästhetisch.)
Die Dinge haben ihr eigenes Gesicht, sie brauchen meins nicht
Das wäre in etwa wie zu sagen das sich ein Ball auch ohne meine Hand in der Luft halten würde. Du gibst dem ganzen Bedeutung, das macht vielleicht nicht frei oder glücklich, ist aber ebendso Teil des ganzen. Es wurde alles schon Photographiert aber noch nicht von allen.

Es ist alles so verdammt relativ, Grübelarbeit.
Was mich betrifft: Ich laufe in die Gegenrichtung von dir.

Eskorte fragile - 14. Okt, 15:54

Gegenrichtung?

was denkst du denn, ist meine richtung? :-)
und in welche richtung gehst du?

ich weiß sehr gut, was du meinst mit:
"Das wäre in etwa wie zu sagen das sich ein Ball auch ohne meine Hand in der Luft halten würde. Du gibst dem ganzen Bedeutung, das macht vielleicht nicht frei oder glücklich, ist aber ebendso Teil des ganzen. Es wurde alles schon Photographiert aber noch nicht von allen."
es ist so widersprüchlich, wie nur irgendwas - wir haben beide nicht unrecht :-) es ist realtiv - du sagst es.

ich meinte: eine pflanze ist auch ohne mich da, ich muss sie nicht sehen. es ist wahr, dass es erst eine wahrnehmendes beswusstsein braucht, damit die pflanze eine pflanze wird und doch, war sie schon immer eine pflanze. verstehst du, was ich meine? :-)

das absurde ist: es ist immer alles gleichzeitig da - etwas, das wir menschen und überhaupt nicht wirklich vorstellen können.....

... und somit haben die dinge ihr eigenens gesicht. sie brauchen zwar ein bewusstsein, dass sie erkennt, doch da sind sie trotzdem, auch ohne es. sie brauchen aber kein wahrnehmendes menschliches bewusstsein, um zu überleben. aber ich brauche sie.... nicht nur, um sie zu definieren, sondern vor allem mich selbst.

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