Der kreative Dauer-Winter
Mein Hirn ist mit Zement ausgegossen. Ich stoße dagegen und verletze mich an den Kanten. Die Reanimation der Kreativität ist fehl geschlagen, die Hoffnung auf Reinkarnation beinahe aufgegeben.
Der Kurser blinkt auf eine weiße Wüste ohne Oase- mein Hirn tut es nicht. Die Muse meidet mich wie eine Aussätzige. Wenn ich die MORGENSEITEN zuklappe bin ich nur noch eine einsame Frau, die sich kratzt.
Wenn man es genau nimmt, leide ich unter einer permanenten Schreibblockade, die nie ganz verschwindet, sondern von den Zementblöcken der Eigen- und Fremdzensur zerquetscht wird wie eine Ameise unter einem unachtsamen Absatz.
Ich kann nicht leben, wenn ich nicht schreibe und ich kann nicht schreiben, wenn ich nicht lebe. Diese Einsicht hat mitunter recht bittere Konsequenzen.
Das Leben habe ich in den letzten vier Wochen vor lauter Arbeit vergessen und auch die Dinge, die ich wollte. Ich muss wieder ganz still sein, um mich neu zu gebären, denn nur in der Stille gebärt es sich gut.
Wenn ich schreibe, möchte ich ganz nahe an die Dinge heran. Doch die Dinge sind so entfernt von mir, wie ich selbst - wie sollte ich auch etwas schreiben können, wenn ich SO bin? Gar nicht, lautet die Antwort - gar nicht.

Trackback URL:
http://eskortefragile.twoday.net/stories/1064678/modTrackback