NETT ? nein danke
Seien wir ehrlich: wer möchte schon etwas "Nettes?". Nett ist bekanntlich die kleine Schwester von "Scheiße" - wenn etwas "nett" ist, so ist es im Grunde nur so lala, 0815, nicht nach ihm und nicht nach ihr.
"Nett" bedeutet nichts anderes, als "ich kotze nicht gerade, aber von Begeisterung bin ich so weit entfernt, wie der Himalaya vom Eiffelturm". "Nett" ist grau, lauwarm, abgegriffen, auf die übelste Art mittelmäßig und löst einen pathologischen, chronischen oder akuten Zustand von Langeweile aus - je nach Einnahme.
Ein "netter" Mensch ist einer, von dem man im Grunde nicht wirklich viel hält. Er ist ein angenehmer Zeitgenosse und sozial hochgradig angepasst, hinterlässt allerdings nur ein fades Lächeln im Vorbeigehen und garantiert keine Spur in der Erinnerung.
Und wenn wir es genau betrachten: Niemand will die Netten wirklich! "Nettsein" ist ein Schlupfloch für Auf-Morgen-Verschieber, Selbst-Belüger, Stillgestandene, Ewig-Ja-Sager, penetrante Permanent-Lächler, Lebensängstliche, Selbstbewusstseins-Unterbemittelte, soziale Warmduscher und Everbodys Deppen. "Nett" ist gar nichts, nicht einmal sympathisch.
"Nettseier" (oder Netts-Eier) sind die Art von "Gutmenschen", die sich in ihrem missverstandenen Altruismus bis zur absoluten Selbstaufopferung in ihre - oft ungewollte und unverlangte - Ratschlags- und Hilfeleistung hinein steigern, dass einen nicht mal mehr das Mitleid vor dem Übergeben bewahren kann.
Doch zugegeben: "Nettseier" haben ihre Berechtigung und ihren Nutzen: als biologisch-soziales Forschungsprojekt für minderbemittelt Lebensfähige, als Organspender, Punchingball für Aggressionsüberschüsse oder Fußabstreifer für Arschlöcher.
Eskorte fragile - 19. Okt, 13:13






