Die perfekte Welle
Heute nacht war ich in Thailand.
Von einem alten Säulengang gelangt man auf eine etwa zehn Meter breite Landzunge, die kilometerweit ins Meer reicht. Schiffsmasten und Segelstangen sind in das schmale Stück Land gerammt, scheinbar ohne Sinn und Zweck. Kreuz und quer, gerade oder schräg sind sie durch Seile oder Taue miteiander verbunden. Überall flattern blaue Bänder und Stoffe im Sommerwind.
Ich genieße das Gefühl des weichen Sandes unter meinen Füßen und wundere mich über die vielen Einheimischen, die sich zwischen den Masten an etwas zu schaffen machen. Ihre Kleidung erinnert mich ans kommunistische China kurz nach der Besetzung. Alle tragen einheitliche Arbeitsanzüge und Schirmmützen - Männer wie Frauen - alle Nuancen von Blau.
Und dann sehe ich sie.
Die Welle - der Tsunami.
Das Meer steht senkrecht vor mir - es gibt kein Ende nach oben, rechts oder links. Neben und hinter mir schreien Leute, beginnen zu rennen. Ich renne nicht, ich weiß, es ist umsonst.
Es ist kein Traum - es fühlt sich nicht an wie einer. Grünblau und grau glitzert die Wasserwand. Fische schwimmen darin und ich werde wieder zur Kreatur, die begreift, dass sie sterblich ist, die noch etwa fünf Minuten Zeit hat, zu begreifen, dass es nun zu Ende ist. Dann werde ich mit den Fischen schwimmen.
Ende - ich bete, dass es schnell gehen möge, mag nicht ertrinken, erinnere mich an einen Badetag im Sommer, den es wirklich gab. Ich bin einem Wasserball hinterhergeschwommen, den der Wind weit auf den See getrieben hatte und wagte mich viel zu weit hinaus. Meine Mutter musste mich damals hinaus ziehen.
Geht nicht erschießen, Schlafmittelvergiftung, überfahren werden - irgendwas, das schneller geht? Aber ich habe keine Zeit, um mit dem Schicksal zu hadern, denn es steht vor mir - jetzt - in diesem Moment. Und ich werde ertrinken. Punkt. Zeit, sich damit abzufinden.
Bevor die Wucht der Welle mich erreicht, erwache ich, doch die Todesgewissheit ist geblieben.
Von einem alten Säulengang gelangt man auf eine etwa zehn Meter breite Landzunge, die kilometerweit ins Meer reicht. Schiffsmasten und Segelstangen sind in das schmale Stück Land gerammt, scheinbar ohne Sinn und Zweck. Kreuz und quer, gerade oder schräg sind sie durch Seile oder Taue miteiander verbunden. Überall flattern blaue Bänder und Stoffe im Sommerwind.
Ich genieße das Gefühl des weichen Sandes unter meinen Füßen und wundere mich über die vielen Einheimischen, die sich zwischen den Masten an etwas zu schaffen machen. Ihre Kleidung erinnert mich ans kommunistische China kurz nach der Besetzung. Alle tragen einheitliche Arbeitsanzüge und Schirmmützen - Männer wie Frauen - alle Nuancen von Blau.
Und dann sehe ich sie.
Die Welle - der Tsunami.
Das Meer steht senkrecht vor mir - es gibt kein Ende nach oben, rechts oder links. Neben und hinter mir schreien Leute, beginnen zu rennen. Ich renne nicht, ich weiß, es ist umsonst.
Es ist kein Traum - es fühlt sich nicht an wie einer. Grünblau und grau glitzert die Wasserwand. Fische schwimmen darin und ich werde wieder zur Kreatur, die begreift, dass sie sterblich ist, die noch etwa fünf Minuten Zeit hat, zu begreifen, dass es nun zu Ende ist. Dann werde ich mit den Fischen schwimmen.
Ende - ich bete, dass es schnell gehen möge, mag nicht ertrinken, erinnere mich an einen Badetag im Sommer, den es wirklich gab. Ich bin einem Wasserball hinterhergeschwommen, den der Wind weit auf den See getrieben hatte und wagte mich viel zu weit hinaus. Meine Mutter musste mich damals hinaus ziehen.
Geht nicht erschießen, Schlafmittelvergiftung, überfahren werden - irgendwas, das schneller geht? Aber ich habe keine Zeit, um mit dem Schicksal zu hadern, denn es steht vor mir - jetzt - in diesem Moment. Und ich werde ertrinken. Punkt. Zeit, sich damit abzufinden.
Bevor die Wucht der Welle mich erreicht, erwache ich, doch die Todesgewissheit ist geblieben.
Eskorte fragile - 11. Mrz, 08:57






