Synsästhesie - Nachtigall singt grün
Im Zuge einer Ausstellung von Synästhetikern/über Synästhesie sollten wir u. a. Bilder machen zu Geräuschen.
[Was ist Synästhesie?]
Und hier sind sie sowie die Geräusche dazu:
"Coot waterfowl marsh" ==> coot_waterfowl_marsh (mp3, 174 KB)
Beschreibung:
Synästhetische Assoziationen:
Grau-weiß-blauer Hintergrund, feste, konstante Masse, weiße spitze-punktierte Schreie der Vögel, ein grauer Schrei schwarz als Nicht-Geräusch (das Geräusch hinter den Geräuschen)
NichtsynästhetischeAssoziationen:
Einsamkeit, Frische, Wasser, Sand
Sind die Assoziationen immer dieselben?
Nichtgeräusch ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen - immer schwarz.
An den Tagen und Tageszeiten, an denen ich dieses Geräusche höre, bilden sich immer die gleichen Bilder.
Warum sieht das Geräusch so aus?
Dieses Geräusch ist kein „ganzkörperliches Geräusch“.
Blau-grau rauscht konstant, ist unbeweglich, Blau ist Klarheit, Frische, Konzentration. Weil es permanent und allgegenwärtig da ist, ist auch das Nicht-Geräusch präsenter.
Grau ist kalt und Traurigkeit.
Wie „sehe“ ich die Geräusche?
Farben und Formen von blau und grau verändern sich nicht, sind wie hingemalt und befinden sich „unten“.
Die Vogelschreie bestehen aus vielen winzig kleinen Punkten, die ein Bild ergeben und tauchen überall auf – im Blau, im Schwarz, im Grau. Sie tauchen so auf, als knipst jemand eine Lampe an und wieder aus. Verklingt der Schrei, verschwinden die weißen Formen so, als wenn man die Augen schließt und hinter den Lidern für eine Weile noch das Gesehene abgebildet bleibt.
Ein tieferer Vogelschrei ist „blasser“ als die anderen und „zieht Fäden“ beim Verschwinden.
*****************************
"Drumms at Narrowstreet" ==> drumms_narrowstreet (mp3, 134 KB)
Beschreibung:
Synästhetische Assoziationen:
Weiße Halbkreise, rosa-blaue Ausläufer nach innen, alles dreidimensional, schwarz als Nicht-Geräusch (das Geräusch hinter den Geräuschen)
Nichtsynästhetische Assoziationen:
Eine Straße oder ein Platz, eine Parade
Sind die Assoziationen immer dieselben?
Nichtgeräusch ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen - immer schwarz.
An den Tagen und Tageszeiten, an denen ich dieses Geräusche höre, sind es immer die gleichen Bilder.
Warum sieht das Geräusch so aus?
Dieses Geräusch ist kein „ganzkörperliches Geräusch“.
Weiß ist hier auch geräuschtechnisch das Gegenteil von schwarz, ist der Ton ohne Melodie im Gegensatz zum Nicht-Ton Schwarz.
Es sind halbe Geräusch-Wirbel, die tiefrosa-blau enden – der Nachhall, ähnlich wie ein Echo. Von der Wirbeln sehe ich nur Halbkreise weil das Geräusch nicht rund ist, es bewegt sich nur auf und ab, beschreibt einen Bogen dabei.
Warum die Farben weiß und rosa-blau sind, weiß ich hier nicht.
Wie „sehe“ ich die Geräusche?
Die halben Wirbel drehen sich von außen aus dem Nicht-Geräusch nach innen, färben sich rosa-blau, fallen „innen“ in sich zusammen.
Das Bild liegt halbtransparent über dem normalen Sehfeld und füllt es ganz.
Die halben Wirbel erscheinen hauptsächlich rechts und links im Sehfeld und überlappen es. Die Wirbel sind konstant da und hören in dem Moment auf, in dem das Trommel aufhört.
*****************************
"Nightingale" ==> nightingale (mp3, 615 KB)
Beschreibung:
Synästhetische Assoziationen:
Orangefarbene Nachtigall oben, dreidimensionaler Ton von „oben“, die anderen Vogelstimmen im Hintergrund grün und quer dazu, gelbe Blitze sind die Spitzen der Nachtigall-Töne, schwarz als Nicht-Geräusch (das Geräusch hinter den Geräuschen)
Nichtsynästhetische Assoziationen:
Beschaulichkeit, Natur, Sonne, Frühling, Wärme
Sind die Assoziationen immer dieselben?
Nichtgeräusch ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen - immer schwarz.
An den Tagen und Tageszeiten, an denen ich dieses Geräusche höre, sind es immer die gleichen Bilder.
Warum sieht das Geräusch so aus?
Dieses Geräusch ist kein „ganzkörperliches Geräusch“.
Orange ist Lebensfreude, Neubeginn.
Gelb sind die an der Grenze zum Unangenehmen liegenden Wendepunkte des Gesangs, bevor der Ton nach dem Höhepunkt wieder in die Tiefe geht. Gelb ist Hektik, Aufregung, Stress.
Grün ist Frieden, Entspannung, kein aufwühlendes Gefühl wie heftige Lebensfreude.
Wie „sehe“ ich die Geräusche?
Orange „fließt“ von der Konsistenz dickflüssig von „oben“ nach unten „über“ die Vögel im Hintergrund, „über“ das Nicht-Geräusch – in mehreren Lagen – und zwar über die ganze Breite des Sehfelds. Die Bilder überlappen sich mit dem sinnlichen Sehen, befinden sich aber eher „oberhalb“ und sind halbtransparent.
Grün verteilt sich wie aneinander gereihte Schlieren einer ähnlichen zähen Flüssigkeit, die herunter fließt.
Im Großen und Ganzen sehe ich das Bild ziemlich genau so, wie ich es gemacht habe.
*****************************
"Passing cars" ==> [leider kein Speicher mehr]
Beschreibung:
Synästhetische Assoziationen:
Graue, sich zerfleddernde und ausgefranste Spuren, erinnern an eine Flügel-Form vor einem Nicht-Geräusch
Nichtsynästhetische Assoziationen:
Fahrende Autos auf einer Straße
Sind die Assoziationen immer dieselben?
Nichtgeräusch ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen - immer schwarz.
An den Tagen und Tageszeiten, an denen ich dieses Geräusche höre, sind es immer die gleichen Bilder.
Warum sieht das Geräusch so aus?
Dieses Geräusch ist kein „ganzkörperliches Geräusch“.
Grau ist hier sehr schmerzhaft – eine dumpfe Art von Schmerz ohne Lichtblick, traurig, ohne Leben, rauh wie Sandpapier. (Die Vögel habe ich unberücksichtigt gelassen). Körperlich übersetzt sieht es so aus, wie sich Gänsehaut anfühlt.
Wie „sehe“ ich die Geräusche?
Es überzieht das Sehfeld mit kleinen Pickeln, die verzerrt und verzogen werden durch die ab- und zunehmende Entfernung der Fahrzeuge und bewegt sich aus der Mitte nach rechts und links außen, wo es noch mehr zerfasert.
Das Bild liegt halbtransparent über dem normalen Sehfeld und füllt es ganz.
Ebbt das Geräusch ab, werden die grauen Spuren erst blasser, verschwinden dann.
[Was ist Synästhesie?]
Und hier sind sie sowie die Geräusche dazu:
"Coot waterfowl marsh" ==> coot_waterfowl_marsh (mp3, 174 KB)
Beschreibung:
Synästhetische Assoziationen:
Grau-weiß-blauer Hintergrund, feste, konstante Masse, weiße spitze-punktierte Schreie der Vögel, ein grauer Schrei schwarz als Nicht-Geräusch (das Geräusch hinter den Geräuschen)
NichtsynästhetischeAssoziationen:
Einsamkeit, Frische, Wasser, Sand
Sind die Assoziationen immer dieselben?
Nichtgeräusch ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen - immer schwarz.
An den Tagen und Tageszeiten, an denen ich dieses Geräusche höre, bilden sich immer die gleichen Bilder.
Warum sieht das Geräusch so aus?
Dieses Geräusch ist kein „ganzkörperliches Geräusch“.
Blau-grau rauscht konstant, ist unbeweglich, Blau ist Klarheit, Frische, Konzentration. Weil es permanent und allgegenwärtig da ist, ist auch das Nicht-Geräusch präsenter.
Grau ist kalt und Traurigkeit.
Wie „sehe“ ich die Geräusche?
Farben und Formen von blau und grau verändern sich nicht, sind wie hingemalt und befinden sich „unten“.
Die Vogelschreie bestehen aus vielen winzig kleinen Punkten, die ein Bild ergeben und tauchen überall auf – im Blau, im Schwarz, im Grau. Sie tauchen so auf, als knipst jemand eine Lampe an und wieder aus. Verklingt der Schrei, verschwinden die weißen Formen so, als wenn man die Augen schließt und hinter den Lidern für eine Weile noch das Gesehene abgebildet bleibt.
Ein tieferer Vogelschrei ist „blasser“ als die anderen und „zieht Fäden“ beim Verschwinden.
"Drumms at Narrowstreet" ==> drumms_narrowstreet (mp3, 134 KB)
Beschreibung:
Synästhetische Assoziationen:
Weiße Halbkreise, rosa-blaue Ausläufer nach innen, alles dreidimensional, schwarz als Nicht-Geräusch (das Geräusch hinter den Geräuschen)
Nichtsynästhetische Assoziationen:
Eine Straße oder ein Platz, eine Parade
Sind die Assoziationen immer dieselben?
Nichtgeräusch ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen - immer schwarz.
An den Tagen und Tageszeiten, an denen ich dieses Geräusche höre, sind es immer die gleichen Bilder.
Warum sieht das Geräusch so aus?
Dieses Geräusch ist kein „ganzkörperliches Geräusch“.
Weiß ist hier auch geräuschtechnisch das Gegenteil von schwarz, ist der Ton ohne Melodie im Gegensatz zum Nicht-Ton Schwarz.
Es sind halbe Geräusch-Wirbel, die tiefrosa-blau enden – der Nachhall, ähnlich wie ein Echo. Von der Wirbeln sehe ich nur Halbkreise weil das Geräusch nicht rund ist, es bewegt sich nur auf und ab, beschreibt einen Bogen dabei.
Warum die Farben weiß und rosa-blau sind, weiß ich hier nicht.
Wie „sehe“ ich die Geräusche?
Die halben Wirbel drehen sich von außen aus dem Nicht-Geräusch nach innen, färben sich rosa-blau, fallen „innen“ in sich zusammen.
Das Bild liegt halbtransparent über dem normalen Sehfeld und füllt es ganz.
Die halben Wirbel erscheinen hauptsächlich rechts und links im Sehfeld und überlappen es. Die Wirbel sind konstant da und hören in dem Moment auf, in dem das Trommel aufhört.
"Nightingale" ==> nightingale (mp3, 615 KB)
Beschreibung:
Synästhetische Assoziationen:
Orangefarbene Nachtigall oben, dreidimensionaler Ton von „oben“, die anderen Vogelstimmen im Hintergrund grün und quer dazu, gelbe Blitze sind die Spitzen der Nachtigall-Töne, schwarz als Nicht-Geräusch (das Geräusch hinter den Geräuschen)
Nichtsynästhetische Assoziationen:
Beschaulichkeit, Natur, Sonne, Frühling, Wärme
Sind die Assoziationen immer dieselben?
Nichtgeräusch ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen - immer schwarz.
An den Tagen und Tageszeiten, an denen ich dieses Geräusche höre, sind es immer die gleichen Bilder.
Warum sieht das Geräusch so aus?
Dieses Geräusch ist kein „ganzkörperliches Geräusch“.
Orange ist Lebensfreude, Neubeginn.
Gelb sind die an der Grenze zum Unangenehmen liegenden Wendepunkte des Gesangs, bevor der Ton nach dem Höhepunkt wieder in die Tiefe geht. Gelb ist Hektik, Aufregung, Stress.
Grün ist Frieden, Entspannung, kein aufwühlendes Gefühl wie heftige Lebensfreude.
Wie „sehe“ ich die Geräusche?
Orange „fließt“ von der Konsistenz dickflüssig von „oben“ nach unten „über“ die Vögel im Hintergrund, „über“ das Nicht-Geräusch – in mehreren Lagen – und zwar über die ganze Breite des Sehfelds. Die Bilder überlappen sich mit dem sinnlichen Sehen, befinden sich aber eher „oberhalb“ und sind halbtransparent.
Grün verteilt sich wie aneinander gereihte Schlieren einer ähnlichen zähen Flüssigkeit, die herunter fließt.
Im Großen und Ganzen sehe ich das Bild ziemlich genau so, wie ich es gemacht habe.
"Passing cars" ==> [leider kein Speicher mehr]
Beschreibung:
Synästhetische Assoziationen:
Graue, sich zerfleddernde und ausgefranste Spuren, erinnern an eine Flügel-Form vor einem Nicht-Geräusch
Nichtsynästhetische Assoziationen:
Fahrende Autos auf einer Straße
Sind die Assoziationen immer dieselben?
Nichtgeräusch ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen - immer schwarz.
An den Tagen und Tageszeiten, an denen ich dieses Geräusche höre, sind es immer die gleichen Bilder.
Warum sieht das Geräusch so aus?
Dieses Geräusch ist kein „ganzkörperliches Geräusch“.
Grau ist hier sehr schmerzhaft – eine dumpfe Art von Schmerz ohne Lichtblick, traurig, ohne Leben, rauh wie Sandpapier. (Die Vögel habe ich unberücksichtigt gelassen). Körperlich übersetzt sieht es so aus, wie sich Gänsehaut anfühlt.
Wie „sehe“ ich die Geräusche?
Es überzieht das Sehfeld mit kleinen Pickeln, die verzerrt und verzogen werden durch die ab- und zunehmende Entfernung der Fahrzeuge und bewegt sich aus der Mitte nach rechts und links außen, wo es noch mehr zerfasert.
Das Bild liegt halbtransparent über dem normalen Sehfeld und füllt es ganz.
Ebbt das Geräusch ab, werden die grauen Spuren erst blasser, verschwinden dann.
Eskorte fragile - 12. Mai, 18:39







Interessant
Warum Bilder?
Oder, wie du auch schon ansprachst, das Gerüche über unser Verhalten entscheiden (was eigentlich ganz einfach ist: es ist das älteste System, das was am meisten Zeit hatte sich zu entwickeln. Unser Bewusstsein, Kreativität etc, sind noch gar nicht so alt).
Es scheint einfach, und beim anhören merkt man intuitiv das es dazu passt.
Es ist eine tolle Gabe, um die ich dich beneide, doch hätte ich sie, wäre sie alltäglich, und ich würde Menschen beneiden die sie nicht hätten.
Wie reden denn die Dinge zu dir?
Ich lese gerne deine Beiträge, und ich denke außerdem ist es eine tolle Chance etwas zu erfahren was (fast :) ) völlig außerhalb meiner Erfahrungen liegt.
Ich meine, wie du schreibst: "es ist so offensichtlich: jedes ding hat in beschaffenheit und farbe seine eigenen schwingungen."
Ja klar, -natürlich-, und trotzdem verstehen die meisten Menschen das nicht.
Es ist das was wir wissenschaftlich Assoziation nennen, sie ist da, immer, und bei Synästhetikern viel bewusster.
keine ahnung habe ich, wo synästhesie anfängt und wo ganz ursprüngliche biologische dinge wie geruchssinn aufhören, ob es da überhaupt eine trennung gibt oder nicht.
ob es das gleiche ist, was wissenschaftlich als assoziation bezeichnet wird, weiß ich nicht. ich weiß, dass ich das, was so bezeichnet wird, auch habe und dass das andere wege nimmt. wenn es dich interessiert: ich habe bei zwei bildern weiter oben eine beschreibung hinzu gefügt.
wie "die dinge reden", ist gar nicht auszudrücken. das ist so weit ab von allem verstehenden denken, nimmt kaum den weg über das bewusste, willentliche verstehen. ich kann nur "drumherum reden".
ein ding erzählt mir etwas in der art und weise, wie es da ist - es ist im grunde nichts weiter. "wie es da ist", das heißt, wie es liegt, hängt, wächst, gewachsen ist, riecht, sich anfühlt, aussieht, wie es im verhältnis steht zu seiner umgebung und alles das, was sich außerhalb der sinnlichen wahrnehmung befindet. nicht sehr erklärend - ich weiß - aber es geht nicht besser. tut mir leid.