der brief des schreibers
liebe e.,
vermutlich ist es dir schon aufgefallen, aber du hast in letzter zeit wenig von mir gemerkt. alles, was du tippst, tippst du ohne mich. ich bin sehr krank, weißt du, vielleicht kannst du mich entschuldigen. aber du sperrst mich aus und ein und wenn du so weiter machst, wirst du mich ohne zweifel töten. im gegensatz zu dir will ich nicht geliebt werden, ich will einfach nur da-sein, der schreiber sein dürfen, der das tut, was er ist - schreiben. ich bin frei, doch du steckst mich in dein gefängnis, forderst mich, presst mich in deine engen vorstellungen, verkaufst meine haut zum höchstbietenden preis. wenn ich nicht ein teil von dir wäre und nicht bleiben müsste, wo du bist, um zu leben, würde ich auswandern. weit weg von dir. es ist gut, dass du mich hier zu wort kommen lässt, damit ich dir wenigstens einmal sagen kann, was ich von all dem halte.
ich bin ein teil von dir, und alles, was du mir antust, tust du dir noch viel mehr an. was denkst du dir dabei? inzwischen brauchst du sogar schon fremde texte, um dich zu inspirieren, aber lass dir gesagt sein: MICH inspirierst du damit nicht - ich habe genug eigene dinge. ich habe schätze, von denen du nicht einmal ahnst, dass sie da sind. aber so lange du dich so verhältst, werde ich sie dir sicher nicht zeigen.
bist du so angewiesen auf fremde anerkennung, dass du dich selbst verkaufst? ich werde dich so lange nicht schlafen lassen, bis du mich frei lässt. bis dahin werde ich dich jede nacht besuchen, dir ins gewissen reden. ich will leben! genau wie du.
ich kann dir wenig helfen, aber ich sage dir eins: ich verordne dir ein buch: "zen in der kunst des schreibens". ich will, dass du das liest und darüber nachdenkst, was MEINE bedürfnisse sind, dass du von deinem egotrip runter kommst. das ist voll neurotisch, man!so und jetzt kannst du dich wieder ins bett legen und versuchen, zu schlafen, aber ich werde da sein. verlass dich darauf!
viele grüße
dein schreiber
vermutlich ist es dir schon aufgefallen, aber du hast in letzter zeit wenig von mir gemerkt. alles, was du tippst, tippst du ohne mich. ich bin sehr krank, weißt du, vielleicht kannst du mich entschuldigen. aber du sperrst mich aus und ein und wenn du so weiter machst, wirst du mich ohne zweifel töten. im gegensatz zu dir will ich nicht geliebt werden, ich will einfach nur da-sein, der schreiber sein dürfen, der das tut, was er ist - schreiben. ich bin frei, doch du steckst mich in dein gefängnis, forderst mich, presst mich in deine engen vorstellungen, verkaufst meine haut zum höchstbietenden preis. wenn ich nicht ein teil von dir wäre und nicht bleiben müsste, wo du bist, um zu leben, würde ich auswandern. weit weg von dir. es ist gut, dass du mich hier zu wort kommen lässt, damit ich dir wenigstens einmal sagen kann, was ich von all dem halte.
ich bin ein teil von dir, und alles, was du mir antust, tust du dir noch viel mehr an. was denkst du dir dabei? inzwischen brauchst du sogar schon fremde texte, um dich zu inspirieren, aber lass dir gesagt sein: MICH inspirierst du damit nicht - ich habe genug eigene dinge. ich habe schätze, von denen du nicht einmal ahnst, dass sie da sind. aber so lange du dich so verhältst, werde ich sie dir sicher nicht zeigen.
bist du so angewiesen auf fremde anerkennung, dass du dich selbst verkaufst? ich werde dich so lange nicht schlafen lassen, bis du mich frei lässt. bis dahin werde ich dich jede nacht besuchen, dir ins gewissen reden. ich will leben! genau wie du.
ich kann dir wenig helfen, aber ich sage dir eins: ich verordne dir ein buch: "zen in der kunst des schreibens". ich will, dass du das liest und darüber nachdenkst, was MEINE bedürfnisse sind, dass du von deinem egotrip runter kommst. das ist voll neurotisch, man!so und jetzt kannst du dich wieder ins bett legen und versuchen, zu schlafen, aber ich werde da sein. verlass dich darauf!
viele grüße
dein schreiber
Eskorte fragile - 7. Mai, 05:54






