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Auf dem Weg

Die frühen Hände, die suchen
gleiten immer zu tief in die Tasche
gleich da, neben das Malzbonbon
und die zehn Gebote.
Der Sommer hängt noch an einem Faden.
Über den Dächern fliegt ein roter Drachen
mit zwanzig Pfennig, Kinderlachen und Asche
und ihr sitzt bei Kaffee und Kuchen.

Ich male dem Wind ein neues Gesicht
aus durchgestrichenen Fäden,
sauge das Grün aus den prallen Blättern
und die Milch aus den Löwenzähnen.
Dann bastle ich mir eine Taschentuchdecke
aus lila Pusteblumen
und einem Fenster ohne Läden
mit Streifen aus Vergißmeinnicht.

06/2004
Niwi - 13. Jun, 10:55

Die Melancholie
ist ein seltener Gast.
Über Nacht bleibt sie nie,
Tee trinkt sie mit Hast.

Wenns nur sie wär,
sie würd ich schon kennen!
Ihr Sessel ist leer,
ihre Lieder verbrennen.

Es ist ein anderer Besuch,
der wird ein bisschen bleiben...
er malt in ein goldenes Buch
zerbrochene Fensterscheiben.

Eskorte fragile - 13. Jun, 17:50

hallo niwi,

das ist ein schönes gedicht. ich versteh nur nicht, was das gefühl von melancholie mit hast zu tun hat - auch nicht, wenn ich meine intuition bemühe. wenn ich melancholisch bin, bin ich eher sehr ruhig.

liebe grüße
eve
Niwi - 14. Jun, 10:52

Guten Morgen, liebe Eve :-)

Damit meinte ich, daß die Melancholie sich manchmal schnell verflüchtigt, oft über Nacht.
Es ist ein recht persönliches Gedicht und stammt aus einer Zeit (2003) wo es mir sehr schlecht ging.
Ich wünschte mir damals Melancholisch zu sein, das wäre das geringere "Übel" gewesen.

Jeder erlebt die Melancholie ein bissl anders, aber ruhig und still werde ich auch dabei.
Die "Hast" bezog sich nur auf die Dauer der Stimmung.
Eskorte fragile - 14. Jun, 11:12

kapischi

ich verstehe :-)

manchmal plage ich mich sehr, meine intuitiven bilder in worte zu fassen. das gelingt ja oft noch, sie dann aber in die reihenfolge zu setzen, dass sie eine sinnvolle botschaft ergeben - daran scheiterte ich oft. :-)

in den letzten beiden gedichten hier habe ich die mühe aufgegeben. ich wollte gedichte haben, die einfach einer inneren spur folgen und die den leser genauso von der ratio wegführen, wie mich bei schreiben.

in einem forum kam ich gestern in die verlegenheit, das "mutter unser" erklären zu müssen, einfach deshalb, weil sich viele ganz persönlich beleidigt fühlten. dabei weiß ich nicht, ob ich über diese reaktion lachen oder weinen soll... jedenfalls tippte ich beinahe 2 stunden daran, denn es ist verdammt schwer, selbst seine eigenen fußspuren beim schreiben eines intuitiven gedichts mit der ratio wieder zu finden. ich hab es geschafft, aber danach war ich auch völlig geschafft :-)

gedichte sie wie brücken. der leser hangelt sich an irgendwas durch das gedicht: durch metaphern, durch seine emotionen und inneren bilder oder an einem roten faden, den der dichter ihm legt. ich will eigentlich, dass der faden spätestens nach der ersten strophe aufhört und dass sie alleine weiter gehen müssen - sich nur auf ihr gefühl verlassend - tastend. ich will, dass sie zu sich selber zurück müssen, wenn sie es lesen und verstehen wollen. das ist das faszinierende - besonders am intuitiven gedicht, denn wahrhaftiger kann ein mensch nicht schreiben und sich bekennen. nicht wahr?

hab einen guten tag und hab es gut, niwi.
eve

Niwi - 16. Jun, 12:18

huch,
meine gestrige Antwort ist verschwundibus
Eskorte fragile - 16. Jun, 13:03

oh...

das ist unerhört! vielleicht ist er weg gelaufen? ich hab ihn jedenfalls nicht gelöscht.

:-(

Niwi - 17. Jun, 10:36

Gestern hab ich das Mehl vergessen in den Kuchen zu tun...
(schad um die Arbeit...aber er wurde trotzdem gegessen)
Vorgestern hab ich vielleicht vergessen auf "Sichern" zu drücken.....
Ich glaub, ich werd noch ganz irre von dieser Diät.....
Eskorte fragile - 17. Jun, 11:38

diät ist scheiße

ich hab schon es so oft versucht... es klappt nicht. was klappt ist, das, worauf man lust hat, zu verschieben. man sollte es sich nicht von vorherein versagen. wenn man sich sagt: du kriegst es, aber später, dann vertröstet man sich erstmal. oft ist es später so, dass man das, was man gerade noch dringend haben wollte, gar nicht mehr braucht und man isst es dann nicht. das ist das einzige, was bei mir einigermaßen hilft. ich bin so ein schleckerli :-(
Niwi - 17. Jun, 11:55

Die Diät war schon ok!
Ich bin nämlich auch eine Naschkatze und abends hab ich besonders Lust auf Süßes und Schokolade....
Bei der Diät fiel das weg, ich stellte mir nicht mal die Frage, ob ich jetzt naschen soll oder nicht.
Es war angenehm zu sehen, daß ich auch ohne Nutella lebensfähig bin :-)
Eskorte fragile - 17. Jun, 12:09

ohne nutella...

... nie im leben! :-)
Niwi - 17. Jun, 12:34

ok, ok, das war vielleicht ein bisschen hart gesagt :-)
sagen wir stattdessen, ohne Nutella während der Diät?

PS:
hab mir deinen Beitrag über das Hermetische Weltbild ausgedruckt. Finde ich sehr interessant! Wills am WE am Land in Ruhe lesen.
Mir ist ein Fehler aufgefallen:
"mehrfache Lichtgeschwindigkeit"

In Teilchenbeschleunigern wird momentan fast Lichtgeschwindigkeit erreicht, aber nie Lichtgeschwindigkeit selbst oder sogar mehrfache.
Eskorte fragile - 17. Jun, 12:39

ehrlich?

danke sehr :-) es ist gut, wenn einer davon mehr ahnung hat als ich. ich wäre gerne wissenschaftler geworden, um mich damit eingehender zu beschäftigen, als ich das so kann. so bin ich nur ein halbwegs vorzeigbarer freizeit-philospoph geworden :-/

und vielleicht bringe es zu einem halbwegs ordentlichen schreiberling. ich würde gern einen eso-thriller darüber schreiben: "das hermes-projekt" vielleicht. so muss ich mich eh noch eingehender damit beschäftigen und brauche noch jede menge hilfe.

ich ändere es gleich!

viel spaß beim lesen und vielleicht fallen dir noch mehr dinge auf...

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