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Mutter unser

Mutter unser
die du bist in der Zeit
man hört die Nadeln fallen
hinter dem Rauschen
der verbrauchten Stunden.
Sie fallen wie Steine.

Die eigene Brust entfernter
als meine ausgestreckte Hand
wer wird noch sagen können
wem sie gehörte
wenn auch sie fällt
als gelte es, die Erde zu spalten?
Ich werde den Tee wie immer trinken
und keine Schlucke üben.

Ein Mund voll Seife ist besser
als einer voll Dreck.
Wer sauber ist, hat Recht.
Und Dreck ist schließlich anderswo
als Tanten und Väter und Arbeitszeit.

Die Nadeln fallen wie Steine
herab auf die lachende Menge
als hätte jeder
kurz vor dem Aufprall
noch einen Witz zum Besten gegeben.
Sie fallen in bestellter Menge
herab auf wartende Schädel.

Mutter unser
dein ist die Schwäche
und die Ohnmacht
und die Dämlichkeit
in Endlichkeit.

Amen


06/2005
Windzug - 15. Jun, 16:39

..die erste Strophe trug mich
...ich weiß es nicht ..wohin …

Und so las ich die verbliebenen Absätze,
wie einer dieser übersatten Kritiker,
mit ihren beißenden Knittergeschichtern

Dabei fühlte ich mich in diesem Moment
lediglich von dir gestört,
nach dieser erste Strophe,
die mich festhielt,
„hinter dem Rauschen der verbrauchten Stunden“

Danke

Eskorte fragile - 15. Jun, 16:46

rauschen sie nicht?

ich finde, sie rauschen, die verbrauchten stunden...

ich bin mit mir noch nicht ganz im reinen, ob ich mich jetzt für die störung beim lesen entschuldigen oder lieber achselzuckend den übersatten kritiker vorbei lassen soll - du weißt schon - mit der berühmten viertel drehung...
Windzug - 16. Jun, 16:11

Deshalb - und nicht nur deshalb -
gefällt mir diese Strophe doch so sehr ...

Und nicht ich bin ein übersatter Kritiker!
Ich bin eine dreiviertel verhungerte männliche(?) Kratzbürste,
womit wir kurzfristig ein Ganzes erschaffen hätten,
wenn man die berühmte viertel Drehung dazunimmt

Ähmmm,
ich sollte mich für heute lieber
auf Lyrik lesen beschränken ;-)

Eskorte fragile - 16. Jun, 16:22

ein ganzes...

... zu ergeben - so kurzfristig es auch sein mag - ist ja beinahe etwas mystisches und passiert ja kaum noch :-)

so bin zumindest für einen augenblick von meiner besseren hälfte befreit und habe statt dessen ein mangelbehaftetes dreiviertel. aber was ist schon perfekt?

den job des übersatten kritikers besorgt man außerdem meistens selber am allergründlichsten...

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