Wahrnehmungsveränderung
abgesehen von einem leidensgenossen, der ähnliche dinge durchmachte, wie ich, kenne ich von niemandem diese extremen veränderungen in der wahrnehmung bei nikotinentzug.
wahrnehmungsveränderungen sind:
die beschäftigung mit der autobiographie von c. g. jung ist mir dabei eine große verständnishilfe.
wahrnehmungsveränderungen sind:
- abgesehen von einer verbesserten sinneswahrnehmung von hören, sehen und riechen, wovon die beiden letzteren eher üblich sind, sehen auch alle dinge anders aus. sitze ich beispielsweise vor einer pflanze oder auf einer bank neben einem busch, geht die wahrnehmung weit über die 5-sinne-grenze hinaus. die form und haltung einzelner blätter und ihre ordnung im ganzen "sprechen" mit mir. ich erfasse sozusagen "ihr wesen" oder die informationen, die diese pflanze ausmachen, hinter dem, was die 5 sinne oder die biologie mir dazu sagen könnten. das gespür für ihr "pflanzenhaftes wissen und sein" nehme ich intuitiv, nicht rational wahr. man stelle sich einmal vor, durch eine welt zu laufen, in der plötzlich alle dinge auf diese art zu einem "zu sprechen".
wir nehmen die dinge ja deshalb als das wahr, was sie sind, weil von ihnen bestimmte schwinungen ausgehen. diese schwingungen - gepaart mit unseren - entscheiden, wie wir die dinge wahrnehmen: hart oder weich, weiß oder rot oder grün. das macht den unterschied bei allem - die unterschiedliche schwingung. in der physik können wir die dichte eines gegenstandes oder stoffes dadurch bestimmen, dass wir die schwinungsfrequenz und -amplitude messen. normalerweise nehmen wir diesen schwinungsunterschied nur allein deshalb wahr, weil wir es sehen und berühren, riechen - durch die fünf sinne eben. ich kann all das wahrnehmen über die fünf-sinne-grenze hinaus. alle dinge teilen mir noch etwas mehr mit - ihr geheimnis. ich erfasse ihr wesen, sie zeigen es mir und sprechen dadurch. die von menschen geschaffenen dinge sprechen unklarer. sie schwingen ja natürlich auch, doch sind es meist misch-stoffe. oft nehme ich von dieser materie eher das war, was ihr besitzer damit verband und somit seine schwingung, die auf die des gegenstandes trifft. ist es ein geschenk an mich, kommt noch die hinzu, die er mit mir verbindet. - die körperliche empfindungsfähigkeit wird so extrem gesteigert, dass ich mir in meiner eigenen haut ganz fremd vorkomme. das kann auf die verbesserte durchblutung zurück zu führen sein. die ist aber bei allen werdenden nichtrauchern verbessert und erklärt den grad der veränderung nicht. nicht eine körperliche handlung - auch nicht die simpelste - kann dann auf die gewohnte, unbewusste art durchgeführt werden - nicht einmal die atmung.
- die kommunikation zwischen mir und meinen mitmenschen ist ebenfalls extrem verändert. gab es von meiner seite als raucher bisher ein gezieltes abwarten auf eine aussage, kehrt nun in verstärkterem maße, als in meiner kindheit und jugend, das wissen darüber zurück, wie die aussage lauten wird. manchmal nur vom sinn her, manchmal wortwörtlich. als jugendliche hatte ich damit oft probleme, weil ich bereits reagierte auf dinge, die nicht ausgesprochen worden waren oder sogar auf dinge, die meinem gegenüber nicht einmal bewusst waren. man kann sich vielleicht die verwirrung vorstellen, die das oft auslöste. eine maßnahme, die ich ergriff, als ich das problem begriff, war, dass ich mich dazu erzog, nichts wahrnehmen zu wollen. das funktionierte ganz gut - mit zigarette beinahe perfekt.
- die eigenwahrnehmung der psyche ist ebenfalls extrem gesteigert. unbewusste emotionen und verhaltensmuster rollen mit ihrer erkenntnis an mich heran wie eine tsunami. ich bin imstande, meine gedanken intuitiv beinahe "zu sehen".
die beschäftigung mit der autobiographie von c. g. jung ist mir dabei eine große verständnishilfe.
Eskorte fragile - 19. Jun, 08:53







Bei mir ist es ähnlich. Mir wird das nach kurzer Zeit ohne Rauch irgendwie auch alles zuviel, so dass ich kaum noch weiß, wie ich reagieren soll. In der Regel werde ich dann, nicht unbedingt aggressiv, aber, sagen wir, sehr streng und entschieden, um auf diese Weise Ordung in das überbordende Empfindungschaos zu bringen.
Das Rauchen schaltet einen Teil der Wahrnehmungen ab, oder dämpft sie zumindest, so dass ich auch in entspannter Haltung alles verarbeiten kann, was da so mächtig auf mich einströmt.
Gerade frage ich mich, ob ein Entwöhnungstheoretiker ohne entsprechende Erfahrung am eigenen Leib diese Beschreibungen wohl ernst nehmen oder doch eher abtun würde.
@ v
pflaster und kaugummi und andere nette spielereien kann ich knicken, denn die vertrage ich alle nicht und ich finde, wenn man aufhört, sollte man aufhören und keine halben sachen machen. das ist aber nur meine einstellung dazu, auch wenn der "kalte entzug" so schwer ist für unsereiner.
ich denke mit ein wenig vorbereitung geht es schon trotzdem. als wichtig empfinde ich, dass man "aktiv" nichtraucht und dass man z. b. in den ersten ein, zwei wochen nichts wichtiger nimmt als das uns sich selber, denn rauchentwöhnung hat in erster linie auch etwas mit selbstliebe zu tun.
sei nicht resigniert. ich weiß nicht, wie oft ich es schon versucht habe. irgendwann klappt es.