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Das Krea-Tief


es ist schon erstaunlich, wie man sich selber sabotieren kann in den verschiedenen lebenslagen. mit dem rauchen ist es da nicht viel anders, als mit der kreativität.

tatsächlich sucht man situationen und hindernisse, bemüht ausreden und ängste, nur damit man wieder rauchen kann bzw. damit man nicht wirklich kreativ sein muss. der einzige unterschied zwischen dem rauchen und der kreativität ist der, dass man schreiben und malen kann, ohne kreativ zu sein. geht das? klar geht das! wenn man sein werk schon während der entstehung so dermaßen kritisiert, ist man nicht kreativ und kann es auch nicht sein. man kann schon blockiert sein und trotzdem malen oder schreiben, nur das ergebnis wird einen nie zufrieden stellen - man spürt "woher" dieses werk kam.

gemäß den aufgaben von julia cameron stelle ich mir also folgende fragen:
  • vertraue ich meiner eigenen kreativität?
  • welche vorteile entstehen mir durch die verweigerung von kreativität?
  • habe ich vorteile von meiner blockierung?
  • ist es einfacher, zu schreiben oder zu malen, als es nicht zu tun?
  • wie meide ich es, kreativ zu sein?
  • inwiefern lebe, denke und bin ich selbstzerstörerisch?
  • sind blockierungen und selbstsabotage weniger bedrohlich, als die herausforderung, ein kreatives leben zu führen?
  • inwieweit benutze ich ängste und hindernisse als entschuldigung, nicht kreativ zu sein?
  • ist es überhaupt in ordnung, kreativ zu sein?
  • wie vermeide ich situationen, die mich zum erfolg führen könnten?
  • wie gehe ich mit dem um, was ich vom universum auf mein bitten hin erhalte oder erhalten habe? gebe ich es furchtsam zurück oder ignoriere ich es einfach?
  • ergehe ich ich mich lieber in träumen von "was wäre wenn" als im hier und jetzt zu leben?
was das rauchen betrifft, so kann man sich bei einer leichten umstellung der fragen genau das gleiche fragen. dieses thema wird mich in den nächsten tagen noch beschäftigen und ich werde sicherlich einige antworten finden.



ansonsten faszinierte mich - gerade im zusammenhang mit dem kürzlichen erlebnis von laurie anderson in koncert - folgende passage aus julia camerons buch:

die qualität des lebens hängt wenig von erfolg oder mißerfolg ab, sondern steht immer im verhältnis zur fähigkeit, freude zu empfinden. die fähigkeit, freude zu empfinden, ist das geschenk, das man erhält, wenn man aufmerksam ist. die belohnung für aufmerksamkeit ist immer heilung. aber was geheilt wird, ist der schmerz, der jedem schmerz zu grunde liegt: der schmerz darüber, dass wir alle - so wie rilke es ausdrückt - "unaussprechlich allein sind". mehr als alles andere ist die art der aufmerksamkeit ein akt des verbindens mit sich selbst.
so werde ich also achtsamkeit üben.

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